Niedersachsen: Erste Bürgerbefragung in Osnabrück - Ja oder Nein zur Westumgehung?

In Osnabrück findet am Sonntag parallel zur Europawahl eine Bürgerbefragung statt. Thema der Befragung ist der Bau der geplanten Entlastungsstraße West/Westumgehung. Abgestimmt wird über die Frage „Sollen die Entlastungsstraße West/Westumgehung gebaut und sollen die dafür erforderlichen Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden?“

Die Befragung findet in den Wahllokalen der Europawahl statt. Es handelt sich um die erste Bürgerbefragung überhaupt in Osnabrück. Teilnahmeberechtigt sind alle zur Kommunalwahl wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger Osnabrücks. Dass eine Befragung zu diesem Thema stattfinden soll, wurde bereits im Herbst 2011 vom Stadtrat beschlossen.

Im Vorfeld der Bürgerbefragung haben alle Haushalte einen Informationsflyer bekommen, außerdem wurden vier Wochen vor der Wahl Benachrichtigungen verschickt.

Die Straße, deren Planung auf den Masterplan Verkehr aus dem Jahr 2010 zurückgeht, soll eine Reihe innerstädtischer Straßen und Wohngebiete vom Verkehr entlasten und einen Rückbau dieser Straßen ermöglichen. Der Teil, um den es in der Bürgerbefragung geht, ist 1,8km lang. Der andere Teil der Straße soll offenbar auf jeden Fall gebaut werden.

Dass nur ein Teil der Umgehungsstraße Thema der Bürgerbefragung ist, könnte damit zusammenhängen, dass es hier Konfliktpotential gibt. So wird durch den Bau der Trasse Erholungs- und Grüngebiete verloren gehen bzw. beeinträchtigt. So gibt es eine Bürgerinitiative gegen die Westumgehung, die auf die Zerstörung des Heger Holzes durch die Trasse verweist. Die BI nennt auch eine unsichere Kostenkalkulation als Begründung für die Ablehnung des Baus.

Eine ähnliche Befragung gab es z.B. 2010 in Göttingen. Dort ging es um den Bau der Südspange. Die damalige Bürgerbefragung fand allerdings ausschließlich auf postalischem Weg statt. Außerdem verpflichtete sich der Rat im Vorfeld, beim Erreichen einer bestimmten Beteiligung, das Ergebnis als bindend zu akzeptieren (Bürgerbefragungen sind rechtlich nicht verbindlich).

 

Nachtrag vom 26.05.2014:

Bei der Bürgerbefragung votierten 48,32 Prozent für die Westumgehung, 51,68 Prozent dagegen. Die Beteiligung lag bei 48,98 Prozent. Wie der Rat mit diesem Ergebnis umgeht, bleibt offen. Bürgerbefragungen sind rechtlich nicht verbindlich, allerdings hatten die Ratsfraktionen zugesagt, das Ergebnis zu akzeptieren.

Mitmachen? Mitmachen!

Wir kämpfen für ein Demokratie-Update mit direkter Demokratie, regelmäßiger Bürger-Beteiligung, der Transparenz staatlichen Handelns und einem bürgerfreundlichen Wahlrecht. Auch in Bremen und Niedersachsen.

  • Bestellen Sie unser kostenloses Infopaket mit Grundlagenheft!
  • Abonnieren Sie unseren Newsletter. Damit Sie immer wissen, was los ist.
  • Werden Sie Mitglied: Aktiv oder Fördermitglied, das ist Ihre Wahl!
  • Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende.
  • Unterstützen Sie unsere aktuelle Kampagne "Rettet unsere Stimmen" (für die Einführung der Ersatzstimme)

Wir freuen uns auf Ihren Support!